Photovoltaik-Förderung 2026: was es gibt und was nicht

Lesezeit: 4 Minuten · Stand: 2026-09-30

Für Photovoltaik auf dem Wohnhaus gibt es keinen Zuschuss vom Bund. Es gibt aber eine Reihe von Vorteilen, die zusammengerechnet mehr ausmachen als jedes einzelne Förderprogramm – und die meisten davon muss man nicht beantragen. Dieser Beitrag stellt alle zusammen, die es 2026 tatsächlich gibt, und sagt bei jedem, ob ein Antrag nötig ist.

Photovoltaik-Förderung 2026: alle Instrumente im Überblick
Das meiste wirkt ohne Antrag – man muss es nur kennen.
Kurz erklärt

Die tragenden Instrumente wirken automatisch: Einspeisevergütung nach dem EEG, Nullsteuersatz auf Kauf und Installation, Einkommensteuerbefreiung bis 30 kWp und die Befreiung von der Stromsteuer für Eigenverbrauch. Zu beantragen sind nur Kredite und kommunale Zuschüsse – und dort gilt: erst der Antrag, dann der Auftrag.

Die wichtigsten Fakten
  • Einspeisevergütung: kein Antrag nötig, ergibt sich aus dem EEG
  • Nullsteuersatz auf Anlage und Speicher bis 30 kWp am Wohngebäude
  • Einkommensteuerbefreiung nach § 3 Nr. 72 EStG, ebenfalls ohne Antrag
  • Stromsteuer auf Eigenverbrauch: befreit, keine Meldung für Kleinanlagen
  • KfW 270: Kredit ohne Tilgungszuschuss, Antrag über die Hausbank
  • Landesprogramme: in Bayern, NRW und BW derzeit keine für private Dachanlagen

Alle Instrumente auf einen Blick

Was es 2026 gibt
Instrument Wirkt Antrag nötig?
Einspeisevergütung 20 Jahre ab Inbetriebnahme nein, ergibt sich aus dem EEG
Nullsteuersatz beim Kauf, bis 30 kWp am Wohngebäude nein
Einkommensteuerbefreiung laufend, bis 30 kWp nein
Stromsteuerbefreiung auf den Eigenverbrauch nein, allgemeine Erlaubnis
KfW-Kredit 270 Finanzierung, kein Zuschuss ja, über die Hausbank
Kommunale Zuschüsse je nach Stadt oder Landkreis ja, vor Auftragserteilung
Mieterstromzuschlag nur bei Lieferung an Bewohner ja, mit Bedingungen
Anschlussvergütung nach Ablauf der 20 Jahre nein, greift automatisch
Beleg

Die für viele überraschende Zeile ist die vierte von unten: Es gibt keinen Bundeszuschuss für private Photovoltaik. Das Programm KfW 442 wurde 2024 eingestellt, das Programm 270 ist ein Kredit ohne Tilgungszuschuss. Wer nach einem Zuschuss sucht, sucht auf Landes- oder Kommunalebene – oder findet keinen.

Was ohne Antrag wirkt

Vier Instrumente, und sie machen den größten Teil aus. Die Einspeisevergütung folgt aus dem EEG, sobald Netzanmeldung und Registrierung stimmen. Der Nullsteuersatz wirkt bereits im Angebot des Fachbetriebs. Die Einkommensteuerbefreiung nach § 3 Nr. 72 EStG greift kraft Gesetzes. Und der Eigenverbrauch ist nach § 9 StromStG von der Stromsteuer befreit, ohne dass beim Hauptzollamt etwas zu veranlassen wäre.

Wer diese vier zusammenrechnet, kommt auf einen erheblichen Betrag – ohne ein Formular ausgefüllt zu haben. Das ist der Grund, warum die Suche nach «Förderung» oft ins Leere läuft: Das Meiste ist schon eingepreist.

Was Sie beantragen müssen

Zwei Wege mit Antrag

  1. KfW-Kredit 270. Über die Hausbank, vor der Beauftragung. Kein Zuschuss, sondern ein Kredit mit bonitätsabhängigem Zins – und nicht jede Bank vergibt ihn an Privatpersonen.
  2. Kommunale Zuschüsse. Bei Stadt, Landkreis oder Energieagentur. Sie sind der einzige Ort, an dem es noch echte Zuschüsse gibt – oft mit begrenztem Jahresbudget.
Beleg

Die Regel, an der die meisten Anträge scheitern, gilt für beide: Der Antrag muss vor der verbindlichen Beauftragung gestellt sein. Als Maßnahmenbeginn zählt bereits der Vertragsschluss mit dem Fachbetrieb, nicht der Baustart. Angebote einholen ist vorher erlaubt.

Was die Länder machen

Für die drei größten Bundesländer haben wir das geprüft: In Bayern endete das PV-Speicher-Programm im April 2022 und wurde nicht neu aufgelegt. In Baden-Württemberg ist das Programm für netzdienliche Speicher ausgelaufen. In Nordrhein-Westfalen richtet sich progres.nrw seit 2024 primär an kommunale Gebäude und Mehrfamilienhäuser.

Für private Dachanlagen gibt es in diesen drei Ländern derzeit kein Landesprogramm. Was für Ihren Landkreis gilt, steht auf der jeweiligen Seite unter Förderung – jeweils mit Quelle und Prüfdatum.

Was sich ändern könnte

Der Kabinettsentwurf zum EEG 2027 sieht vor, die feste Einspeisevergütung für neue Kleinanlagen durch eine befristete Übergangszahlung zu ersetzen. Beschlossen ist das nicht; die Einzelheiten stehen im Beitrag zum EEG 2027. Für bestehende Anlagen ändert sich nach dem Entwurf nichts.

Häufige Fragen

Gibt es 2026 einen Zuschuss für Photovoltaik?

Vom Bund nicht. Das Zuschussprogramm KfW 442 wurde 2024 eingestellt. Zuschüsse gibt es nur noch auf kommunaler Ebene, teils auch in einzelnen Ländern.

Muss ich die Einspeisevergütung beantragen?

Nein. Sie ergibt sich aus dem EEG. Voraussetzung sind die Anmeldung beim Netzbetreiber und die Registrierung im Marktstammdatenregister.

Was bringt der Nullsteuersatz?

Er senkt den Kaufpreis, weil auf Anlage, Speicher und Installation keine Umsatzsteuer anfällt – bei Anlagen bis 30 kWp am Wohngebäude.

Ist der KfW-Kredit 270 eine Förderung?

Er ist ein Förderkredit ohne Tilgungszuschuss. Bei guter Bonität günstiger als eine freie Finanzierung, bei schwacher unter Umständen teurer.

Wo finde ich kommunale Programme?

Bei Ihrer Stadt, Ihrem Landkreis und der Energieagentur des Kreises. Die Förderdatenbank des Bundes führt kommunale Zuschüsse nur lückenhaft.

Was gilt nach Ablauf der 20 Jahre?

Die Anschlussvergütung nach § 25 EEG greift automatisch, derzeit bis Ende 2032. Einzelheiten stehen im Beitrag zur PV-Anlage nach 20 Jahren.

Weiterführende Beiträge

Quellen

Verwendete Quellen mit Stand und Abrufdatum
Quelle Dokument Stand
Bundesministerium der Justiz EEG 2023, § 12 Abs. 3 UStG, § 3 Nr. 72 EStG, § 9 StromStG geltende Fassung
KfW Programm 270, Erneuerbare Energien Standard laufend
sonne-24.de Eigene Prüfung der Landesebene Bayern, NRW, BW 28.08.2026

Stand: 30. September 2026

Über den Autor

Maik Möhring ist Herausgeber von sonne-24.de. Er bereitet öffentlich zugängliche Register- und Behördendaten so auf, dass Verbraucherinnen und Verbraucher damit konkrete Entscheidungen treffen können, und verantwortet die Quellenprüfung jedes Beitrags.

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