Speicherquote im Vergleich: wo Batteriespeicher stehen
Bei 38,1 Prozent der 4.514.112 Photovoltaikanlagen in Deutschland führt das Marktstammdatenregister einen Batteriespeicher am selben Standort. Die Zahl schwankt regional stärker, als man erwarten würde: von 21,7 Prozent im Landkreis Rottal-Inn bis 52,4 Prozent in Düsseldorf. Auffällig ist dabei nicht das Gefälle zwischen Nord und Süd, sondern das zwischen Stadt und Land – und es hat wenig mit Sonne zu tun.

Bundesweit haben 1.721.989 von 4.514.112 Anlagen einen Speicher am selben Ort, das sind 38,1 Prozent. An der Spitze steht Hamburg mit 46,3 Prozent, am Ende Bayern mit 35,0 Prozent – ausgerechnet das Land mit dem größten Bestand. Auf Kreisebene reicht die Spanne von 21,7 bis 52,4 Prozent. Der Zusammenhang, der sich durch die Daten zieht: Wo die Anlagen klein sind, ist der Speicher häufig. Wo sie groß sind, selten.
- Bundesweit 1.721.989 Anlagen mit Speicher am selben Ort, das sind 38,1 %
- Höchste Landesquote: Hamburg mit 46,3 %
- Niedrigste Landesquote: Bayern mit 35,0 %, bei zugleich größtem Bestand
- Höchste Kreisquote: Düsseldorf mit 52,4 %
- Niedrigste Kreisquote: Landkreis Rottal-Inn mit 21,7 %
- Datenstand: Marktstammdatenregister, 27. August 2026
Welches Bundesland hat die höchste Speicherquote?
| Bundesland | Speicherquote | Ø Anlagengröße |
|---|---|---|
| Hamburg | 46,3 % | 9,2 kWp |
| Bremen | 42,4 % | 10,7 kWp |
| Brandenburg | 41,8 % | 55,4 kWp |
| Niedersachsen | 41,2 % | 16,0 kWp |
| Thüringen | 40,4 % | 24,1 kWp |
| Nordrhein-Westfalen | 40,3 % | 13,3 kWp |
| Schleswig-Holstein | 39,8 % | 23,6 kWp |
| Berlin | 39,8 % | 8,4 kWp |
| Sachsen-Anhalt | 38,4 % | 41,7 kWp |
| Hessen | 38,1 % | 14,0 kWp |
| Saarland | 37,5 % | 15,7 kWp |
| Mecklenburg-Vorpommern | 37,5 % | 58,6 kWp |
| Rheinland-Pfalz | 37,2 % | 17,2 kWp |
| Sachsen | 37,2 % | 22,5 kWp |
| Baden-Württemberg | 36,9 % | 15,8 kWp |
| Bayern | 35,0 % | 23,7 kWp |
Hamburg, Bremen und Niedersachsen liegen vorn, Bayern und Baden-Württemberg hinten. Das ist das Gegenteil dessen, was man bei einem Sonnen-Thema erwartet – und ein Hinweis darauf, dass die Quote etwas anderes misst als Einstrahlung.
Warum liegt Bayern hinten?
Weil dort die Anlagen größer sind. Bayern kommt auf 23,7 kWp je Anlage, Hamburg auf 9,2. Eine große Anlage auf einem Hof oder einer Scheune erzeugt ein Vielfaches dessen, was im Gebäude verbraucht wird. Der Überschuss wandert ins Netz, ein Speicher würde daran wenig ändern.
Der Zusammenhang in Zahlen: Die vier Länder mit den kleinsten Anlagen – Berlin 8,4 kWp, Hamburg 9,2, Bremen 10,7, Nordrhein-Westfalen 13,3 – liegen bei der Speicherquote alle über 39 Prozent. Die Länder mit den größten Dachanlagen im Wohnbereich, Bayern mit 23,7 kWp und Baden-Württemberg mit 15,8, bilden das Schlusslicht. Eigene Auswertung des Marktstammdatenregisters, Stand 27. August 2026.
Wo wenig Dachfläche zur Verfügung steht, wird die Anlage auf den Eigenbedarf zugeschnitten – und dann lohnt es sich, den Ertrag über den Tag zu strecken. Wo Fläche im Überfluss da ist, wird gebaut, was passt, und der Rest eingespeist. Die Speicherquote misst also weniger die Investitionsbereitschaft als das Verhältnis zwischen Dachfläche und Verbrauch.
Ein Land passt nicht ins Muster
Brandenburg. Es hat mit 55,4 kWp die zweitgrößten Anlagen im Bundesvergleich und trotzdem eine Speicherquote von 41,8 Prozent – Platz drei. Nach der Logik oben müsste es unten liegen.
Die wahrscheinlichste Erklärung: Der Landesschnitt wird von großen Freiflächenanlagen nach oben gezogen, während die Speicherquote von den vielen kleinen Dachanlagen im Berliner Umland stammt. Zwei sehr verschiedene Anlagentypen in einem Mittelwert. Wir führen das als Deutung, nicht als Befund – die Daten allein belegen es nicht.
Wo stehen die meisten Speicher?
| Landkreis oder Stadt | Speicherquote | Anlagen mit Speicher |
|---|---|---|
| Kreisfreie Stadt Düsseldorf | 52,4 % | 4.465 von 8.522 |
| Landkreis München | 50,7 % | 8.481 von 16.715 |
| Hochtaunuskreis | 50,5 % | 4.868 von 9.647 |
| Rhein-Kreis Neuss | 48,7 % | 10.551 von 21.646 |
| Kreis Mettmann | 48,3 % | 8.522 von 17.662 |
| Kreisfreie Stadt München | 47,8 % | 9.825 von 20.547 |
Düsseldorf, Landkreis München, Hochtaunuskreis, Rhein-Kreis Neuss, Mettmann. Wer diese Liste ansieht, erkennt ein Muster, das die Daten nicht ausweisen, aber nahelegen: Es sind einkommensstarke Regionen im Umland großer Städte. Ein Speicher kostet zusätzlich, und er wird dort häufiger gekauft, wo das leichter fällt.
| Landkreis | Speicherquote | Ø Anlagengröße |
|---|---|---|
| Landkreis Rottal-Inn | 21,7 % | 28,5 kWp |
| Landkreis Regen | 23,4 % | 19,9 kWp |
| Landkreis Dingolfing-Landau | 23,8 % | 33,5 kWp |
| Landkreis Ansbach | 24,5 % | 29,6 kWp |
| Landkreis Schwäbisch Hall | 25,6 % | 24,7 kWp |
| Landkreis Altötting | 26,8 % | 24,3 kWp |
Am unteren Ende stehen fast ausschließlich ländliche Kreise in Bayern, alle mit überdurchschnittlich großen Anlagen. Rottal-Inn kommt auf 28,5 kWp je Anlage bei 21,7 Prozent Speicherquote – das ist dasselbe Muster wie beim Bundesländervergleich, nur schärfer.
Was heißt das für die eigene Entscheidung?
Wenig. Eine hohe Speicherquote im Landkreis ist kein Argument für einen eigenen Speicher, und eine niedrige keines dagegen. Was zählt, ist das Verhältnis zwischen dem, was Ihre Anlage erzeugt, und dem, was Sie verbrauchen. Die Regionalzahl sagt Ihnen nur, wie üblich die Entscheidung bei Nachbarn mit ähnlicher Dachsituation ausgefallen ist.
Nützlich ist sie an einer anderen Stelle: Wer ein Angebot bekommt, in dem ein Speicher selbstverständlich mitgerechnet wird, kann fragen, warum – und die Antwort am eigenen Verbrauch messen statt am Verkaufsgespräch. Wie das geht, steht im Ratgeber zum Speicher nachrüsten.
Wie wir zählen
Grundlage ist der Gesamtdatenexport des Marktstammdatenregisters. Wir zählen Solareinheiten mit dem Betriebsstatus «in Betrieb» und setzen diejenigen ins Verhältnis, bei denen das Register einen Batteriespeicher am selben Standort führt. Die Kennzahl ist damit ein Anteil je Anlage, nicht das Verhältnis zweier getrennter Zählungen. Was sie nicht sagt: wie groß die Speicher sind. Einzelheiten stehen im Glossareintrag zur Speicherquote.
Häufige Fragen
Wie viele Photovoltaikanlagen in Deutschland haben einen Speicher?
1.721.989 von 4.514.112 Anlagen, das sind 38,1 Prozent. Stand der Auswertung ist der 27. August 2026.
Welches Bundesland hat die höchste Speicherquote?
Hamburg mit 46,3 Prozent, gefolgt von Bremen mit 42,4 und Brandenburg mit 41,8 Prozent.
Warum hat Bayern die niedrigste Quote?
Weil dort die Anlagen deutlich größer sind: 23,7 kWp im Schnitt gegenüber 9,2 kWp in Hamburg. Große Anlagen erzeugen mehr, als im Gebäude verbraucht wird, und der Überschuss geht ohnehin ins Netz.
Welcher Landkreis hat die meisten Speicher?
Gemessen am Anteil Düsseldorf mit 52,4 Prozent. In absoluten Zahlen liegen größere Kreise vorn, etwa der Rhein-Kreis Neuss mit 10.551 Anlagen mit Speicher.
Sagt die Speicherquote etwas über die Wirtschaftlichkeit?
Nein. Sie beschreibt, wie häufig Speicher vorkommen, nicht ob sie sich rechnen. Das hängt am eigenen Verbrauchsprofil.
Wo finde ich die Quote für meinen Landkreis?
Auf der jeweiligen Kreisseite im Solaratlas, zusammen mit Bestand, Leistung und Zubau.
Weiterführende Beiträge
- Solaratlas: Speicherquote je Landkreis und Gemeinde
- Speicherquote: wie wir sie berechnen
- Batteriespeicher: Funktion, Größe und Meldepflicht
- Photovoltaik-Zubau 2025: die Zahlen je Bundesland
Quellen
| Quelle | Dokument | Stand | Abgerufen |
|---|---|---|---|
| Bundesnetzagentur | Marktstammdatenregister, Gesamtdatenexport | 27.08.2026 | 28.08.2026 |
| sonne-24.de | Eigene Auswertung, 400 Landkreise | 27.08.2026 | 28.08.2026 |
| GovData | Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0 | geltende Fassung | 28.08.2026 |
Stand: 8. September 2026
Maik Möhring ist Herausgeber von sonne-24.de. Er bereitet öffentlich zugängliche Register- und Behördendaten so auf, dass Verbraucherinnen und Verbraucher damit konkrete Entscheidungen treffen können, und verantwortet die Quellenprüfung jedes Beitrags.
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