Photovoltaik 2026: größere Anlagen, mehr Speicher

Lesezeit: 4 Minuten · Stand: 2026-10-21

Bis zum 27. August 2026 sind im Marktstammdatenregister 379.605 Photovoltaikanlagen mit Inbetriebnahme in diesem Jahr eingetragen. Was das über das Gesamtjahr sagt, ist wenig – acht Monate sind nicht zwölf, und Nachmeldungen kommen noch. Zwei andere Werte sind dagegen aussagekräftig, und beide setzen einen Trend fort.

Photovoltaik 2026: Anlagengröße und Speicherquote im laufenden Jahr
Größere Anlagen, mehr Speicher – die Struktur verschiebt sich.
Kurz erklärt

Der Jahrgang 2026 kommt auf eine mittlere Anlagengröße von 20,7 kWp – der höchste Wert seit 2019 und die dritte Steigerung in Folge nach dem Tiefpunkt von 13,9 kWp im Jahr 2023. Die Speicherquote liegt bei 61,2 Prozent und damit über allen Vorjahren. Beides sind Verhältniszahlen und deshalb auch aus einem Rumpfjahr ablesbar. Die absolute Zahl neuer Anlagen ist es nicht.

Die wichtigsten Fakten
  • 379.605 Anlagen mit Inbetriebnahme 2026, Stand 27. August
  • Mittlere Anlagengröße 20,7 kWp – höchster Wert seit 2019
  • Speicherquote im Jahrgang 61,2 Prozent – höchster Wert überhaupt
  • Der Tiefpunkt bei der Anlagengröße lag 2023 bei 13,9 kWp
  • Absolute Zahlen sind aus einem Rumpfjahr nicht vergleichbar
  • Nachmeldungen erhöhen die Zahl für 2026 noch über Monate

Was diese Zahlen nicht sagen

Rumpfjahr, kein Jahresergebnis – Die 379.605 Anlagen umfassen acht Monate, nicht zwölf. Wir rechnen sie bewusst nicht hoch: Der Zubau verteilt sich nicht gleichmäßig über das Jahr, und Nachmeldungen erhöhen die Zahl noch über Monate. Ein Vergleich mit den Jahressummen der Vorjahre wäre irreführend – siehe Rumpfjahr.

Aussagekräftig sind dagegen Kennzahlen, die Verhältnisse beschreiben. Die durchschnittliche Anlagengröße und die Speicherquote eines Jahrgangs hängen nicht daran, wie viele Monate erfasst sind – und genau diese beiden zeigen etwas.

Die Anlagen werden wieder größer

Jahrgänge im Vergleich
Jahrgang Anlagen Leistung Ø Größe Speicherquote
2022 237.403 4.632 MW 19,5 kWp 57,4 %
2023 687.393 9.529 MW 13,9 kWp 53,9 %
2024 809.990 12.062 MW 14,9 kWp 38,6 %
2025 749.775 13.909 MW 18,6 kWp 50,5 %
2026 * 379.605 7.856 MW 20,7 kWp 61,2 %

* 2026 umfasst acht Monate bis zum 27. August und ist mit den Vorjahren nur bei den Verhältniszahlen vergleichbar.

Beleg

Der Verlauf ist eindeutig: 13,9 kWp im Jahr 2023, dann 14,9, dann 18,6, jetzt 20,7. Die mittlere Anlage ist binnen drei Jahrgängen um fast die Hälfte gewachsen. Das kehrt die Entwicklung um, die wir in der Zeitreihe seit 2010 beschrieben haben – dort fiel die Größe über ein Jahrzehnt.

Und fast zwei Drittel haben einen Speicher

61,2 Prozent der 2026 registrierten Anlagen führen einen Speicher am selben Ort. Das ist der höchste Wert, den unsere Zeitreihe kennt – höher als der bisherige Spitzenwert von 61,6 Prozent im Jahr 2021, bei einem Vielfachen der Anlagenzahl.

Bemerkenswert ist der Weg dorthin: 2024 lag die Quote bei 38,6 Prozent, ein deutlicher Einbruch. 2025 wieder 50,5, jetzt 61,2. Der Einbruch ist damit nicht nur ausgeglichen, sondern überholt.

Was beides zusammen bedeuten könnte

Beide Kurven zeigen in dieselbe Richtung: weg von der kleinen Anlage ohne Speicher, hin zur größeren mit Speicher. Das passt zu einem Markt, in dem die Einspeisevergütung weiter sinkt und der Eigenverbrauch entsprechend wichtiger wird – wer für die Einspeisung wenig bekommt, baut für den eigenen Bedarf.

Deutung, kein Befund – Der Zusammenhang mit sinkenden Vergütungssätzen ist plausibel, aber aus diesen Daten nicht belegt. Ebenso denkbar sind gefallene Speicherpreise, wachsende Verbreitung von Wärmepumpen und Elektroautos oder ein verändertes Angebot der Fachbetriebe. Das Register enthält keine dieser Größen.

Woran wir uns selbst erinnern

Vorsicht bei Verhältniszahlen

Wir haben vor Kurzem nachgerechnet, ob sich die Speicherquote über die Anlagengröße erklären lässt – der Zusammenhang war schwächer als angenommen. Dieselbe Vorsicht gilt hier: Dass Anlagengröße und Speicherquote gleichzeitig steigen, heißt nicht, dass das eine das andere erklärt.

Was gesichert ist, sind die beiden Verläufe. Alles Weitere ist Deutung – und als solche gekennzeichnet.

Wie wir zählen

Grundlage ist der Gesamtdatenexport des Marktstammdatenregisters, Stichtag 27. August 2026. Gezählt werden Solareinheiten mit dem Betriebsstatus «in Betrieb» und einem gültigen Inbetriebnahmedatum. Die Speicherquote bezieht sich auf die Anlagen des jeweiligen Jahrgangs. Die vollständige Methode steht unter Wie wir zählen.

Häufige Fragen

Wie viele PV-Anlagen wurden 2026 gebaut?

Bis zum 27. August 2026 sind 379.605 Anlagen mit Inbetriebnahme in diesem Jahr registriert. Das ist kein Jahresergebnis – acht Monate, und Nachmeldungen kommen noch.

Warum rechnen Sie nicht hoch?

Weil sich der Zubau nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt. Eine lineare Hochrechnung würde eine Genauigkeit vortäuschen, die es nicht gibt.

Wie groß ist eine typische neue Anlage 2026?

Im Mittel 20,7 kWp – der höchste Wert seit 2019 und die dritte Steigerung in Folge.

Wie viele neue Anlagen haben einen Speicher?

61,2 Prozent der 2026 registrierten Anlagen führen einen Speicher am selben Ort. Das ist der höchste Wert unserer Zeitreihe.

Woran liegt der Anstieg?

Das lässt sich aus dem Register nicht beantworten. Sinkende Vergütungssätze, gefallene Speicherpreise und wachsender Eigenverbrauch sind plausible Erklärungen – belegt ist keine.

Wann liegen vollständige Zahlen für 2026 vor?

Frühestens im Lauf des Jahres 2027, wenn der Großteil der Nachmeldungen eingegangen ist.

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Quellen

Verwendete Quellen mit Stand und Abrufdatum
Quelle Dokument Stand
Bundesnetzagentur Marktstammdatenregister, Gesamtdatenexport 27.08.2026
sonne-24.de Eigene Auswertung nach Inbetriebnahmejahr 31.08.2026
GovData Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0 geltende Fassung

Stand: 21. Oktober 2026

Über den Autor

Maik Möhring ist Herausgeber von sonne-24.de. Er bereitet öffentlich zugängliche Register- und Behördendaten so auf, dass Verbraucherinnen und Verbraucher damit konkrete Entscheidungen treffen können, und verantwortet die Quellenprüfung jedes Beitrags.

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