Photovoltaik-Zubau seit 2010: mehr Anlagen, kleinere Anlagen
Das Marktstammdatenregister führt zu 4.517.465 Photovoltaikanlagen ein Inbetriebnahmedatum. Wertet man sie nach Jahren aus, entsteht eine Zeitreihe, die zwei Kurven zeigt, die gegeneinander laufen: Die Zahl der Anlagen ist explodiert, ihre durchschnittliche Größe ist eingebrochen – und steigt seit 2024 wieder.

2012 wurden 131.029 Anlagen mit im Mittel 37,2 kWp registriert. 2023 waren es 687.393 Anlagen mit 13,9 kWp. Die Anlagenzahl hat sich verfünffacht, die mittlere Größe fast gedrittelt. Seit 2024 dreht sich das wieder: 2025 stehen 749.775 Anlagen mit 18,6 kWp und 13.909 Megawatt zu Buche – der höchste Leistungszubau aller Zeiten.
- 4.517.465 Anlagen mit auswertbarem Inbetriebnahmedatum
- Höchste mittlere Anlagengröße: 37,2 kWp im Jahr 2012
- Niedrigste seit 2010: 13,9 kWp im Jahr 2023
- Meiste Anlagen in einem Jahr: 809.990 im Jahr 2024
- Höchster Leistungszubau: 13.909 MW im Jahr 2025
- Speicherquote im Zubau: von 2,7 Prozent (2010) auf 50,5 Prozent (2025)
Der Zubau Jahr für Jahr
| Jahr | Anlagen | Leistung | Ø Größe | Speicherquote |
|---|---|---|---|---|
| 2010 | 196.069 | 5.794 MW | 29,6 kWp | 2,7 % |
| 2011 | 197.382 | 6.054 MW | 30,7 kWp | 3,6 % |
| 2012 | 131.029 | 4.879 MW | 37,2 kWp | 4,7 % |
| 2013 | 89.850 | 2.378 MW | 26,5 kWp | 9,5 % |
| 2014 | 54.172 | 1.258 MW | 23,2 kWp | 16,3 % |
| 2015 | 35.585 | 1.044 MW | 29,3 kWp | 25,3 % |
| 2016 | 37.579 | 1.081 MW | 28,8 kWp | 32,7 % |
| 2017 | 46.820 | 1.086 MW | 23,2 kWp | 39,2 % |
| 2018 | 52.517 | 1.738 MW | 33,1 kWp | 40,6 % |
| 2019 | 62.207 | 2.273 MW | 36,5 kWp | 40,9 % |
| 2020 | 156.442 | 4.219 MW | 27,0 kWp | 49,5 % |
| 2021 | 132.081 | 3.298 MW | 25,0 kWp | 61,6 % |
| 2022 | 237.403 | 4.632 MW | 19,5 kWp | 57,4 % |
| 2023 | 687.393 | 9.529 MW | 13,9 kWp | 53,9 % |
| 2024 | 809.990 | 12.062 MW | 14,9 kWp | 38,6 % |
| 2025 | 749.775 | 13.909 MW | 18,6 kWp | 50,5 % |
Gezählt werden Solareinheiten mit dem Betriebsstatus «in Betrieb» und einem gültigen Inbetriebnahmedatum, aus dem Gesamtdatenexport vom 27. August 2026. Die Speicherquote bezieht sich auf die Anlagen des jeweiligen Jahrgangs, nicht auf den Gesamtbestand – sie sagt also, wie viele der damals gebauten Anlagen heute einen Speicher am selben Ort führen.
Drei Phasen
Bis 2012: die großen Anlagen. Die Vergütung war hoch, gebaut wurde, was sich rechnete – oft auf Hallen und Freiflächen. 2012 erreicht die mittlere Anlagengröße mit 37,2 kWp ihren Höchstwert.
2013 bis 2019: der Einbruch. Nach der Absenkung der Sätze fällt der Zubau von 197.382 auf 35.585 Anlagen im Jahr 2015 – ein Rückgang um über 80 Prozent. Gleichzeitig steigt die Speicherquote von 3,6 auf 40,9 Prozent: Wer jetzt noch baute, baute für den Eigenverbrauch.
Ab 2020: die Masse. Der Zubau vervielfacht sich, 2024 werden 809.990 Anlagen registriert. Die mittlere Größe fällt auf unter 15 kWp. Das ist der Punkt, an dem sich die Art der Anlage verändert hat, nicht nur die Menge.
Warum die Anlagen kleiner wurden
Weil andere Anlagen gebaut wurden. Bis 2012 dominierten Investitionsobjekte, ab 2020 kamen Eigenheimanlagen und ab 2023 in großer Zahl Steckersolargeräte hinzu. Ein Balkonkraftwerk ist im Register eine Einheit wie jede andere, misst aber unter einem Kilowatt – entsprechend stark zieht es den Mittelwert nach unten.
Der Leistungszubau widerspricht dem nicht: 2025 wurden mit 13.909 Megawatt mehr Kilowatt installiert als je zuvor. Es sind mehr, kleinere Anlagen bei zugleich mehr Gesamtleistung – die Zahlen laufen nur scheinbar auseinander.
Die auffälligste Linie
Die Speicherquote im Jahrgang: 2,7 Prozent im Jahr 2010, 61,6 Prozent im Jahr 2021 – und dann ein Einbruch auf 38,6 Prozent im Jahr 2024, gefolgt von 50,5 Prozent im Jahr 2025.
Deutung, kein Befund – Der Einbruch 2024 fällt zeitlich mit dem starken Zuwachs kleiner Anlagen zusammen. Ein Steckersolargerät wird selten mit Speicher gemeldet, und je mehr davon in einem Jahrgang stecken, desto niedriger die Quote. Belegen lässt sich das aus dem Export nicht, weil Steckersolargeräte darin keine eigene Kategorie bilden.
Was die Daten sonst noch hergeben
Auch Fehler. Der Export enthält Inbetriebnahmedaten aus den Jahren 1900, 1912 und weiteren Jahrzehnten, in denen es keine Photovoltaik gab – offensichtliche Eingabefehler. Sie betreffen eine sehr kleine Zahl von Einheiten und bleiben in unseren Auswertungen unberücksichtigt, weil wir den Zeitraum eingrenzen.
Dass wir das erwähnen, hat einen Grund: Ein amtliches Register ist eine Sammlung von Selbstauskünften. Es ist die beste verfügbare Quelle für diese Fragen, aber keine fehlerfreie. Wer mit solchen Daten arbeitet, sollte sagen, wo sie hakt – siehe auch Betriebsstatus.
Häufige Fragen
Wie viele Photovoltaikanlagen wurden 2025 in Deutschland gebaut?
749.775 Anlagen mit zusammen 13.909 Megawatt. Das ist der höchste Leistungszubau, den die Zeitreihe ausweist.
In welchem Jahr waren die Anlagen am größten?
2012, mit im Mittel 37,2 kWp. Seither ist die mittlere Größe gefallen und liegt 2025 bei 18,6 kWp.
Warum sind die Anlagen kleiner geworden?
Weil sich die Art der Anlagen verändert hat: von Investitionsobjekten auf Hallen und Freiflächen hin zu Eigenheimanlagen und Steckersolargeräten.
Wann brach der Zubau ein?
Zwischen 2012 und 2015 fiel die Zahl neuer Anlagen von 131.029 auf 35.585, nach der Absenkung der Vergütungssätze.
Wie viele Anlagen mit Speicher wurden 2025 gebaut?
Von den 749.775 Anlagen des Jahrgangs 2025 führen 50,5 Prozent einen Speicher am selben Ort.
Woher stammen diese Zahlen?
Aus dem Gesamtdatenexport des Marktstammdatenregisters, ausgewertet nach Inbetriebnahmejahr. Stand ist der 27. August 2026.
Weiterführende Beiträge
- Stadt gegen Land: wo Photovoltaik am schnellsten wächst
- Speicherquote im Vergleich: wo Batteriespeicher stehen
- Degression: warum neue Anlagen weniger bekommen
- Solaratlas: Kennzahlen für Ihren Landkreis
Quellen
| Quelle | Dokument | Stand |
|---|---|---|
| Bundesnetzagentur | Marktstammdatenregister, Gesamtdatenexport | 27.08.2026 |
| sonne-24.de | Eigene Auswertung nach Inbetriebnahmejahr | 29.08.2026 |
| GovData | Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0 | geltende Fassung |
Stand: 18. September 2026
Maik Möhring ist Herausgeber von sonne-24.de. Er bereitet öffentlich zugängliche Register- und Behördendaten so auf, dass Verbraucherinnen und Verbraucher damit konkrete Entscheidungen treffen können, und verantwortet die Quellenprüfung jedes Beitrags.
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