Negative Strompreise: wenn zu viel Strom im Netz ist
Lesezeit: 4 Minuten · Stand: 27. August 2026
Negative Strompreise entstehen an der Strombörse, wenn mehr Strom erzeugt wird als gebraucht – typischerweise an sonnigen, windigen Feiertagen mit geringer Nachfrage. Dann zahlt derjenige Geld, der einspeist, statt Geld zu bekommen.
Warum es sie gibt
Weil manche Kraftwerke sich nicht beliebig schnell herunterfahren lassen und Erzeuger mit Vergütungsanspruch weiter einspeisen. Wenn Angebot und Nachfrage auseinanderfallen, kann der Preis ins Negative laufen – ein Signal, dass gerade zu viel Strom im Netz ist.
Was das für eine private Dachanlage bedeutet: in aller Regel nichts. Die Regelung des EEG, die die Vergütung bei anhaltend negativen Preisen aussetzt, richtet sich an größere Anlagen in der Direktvermarktung. Kleine Anlagen mit fester Einspeisevergütung sind davon nach geltendem Recht nicht betroffen. Wer künftig direkt vermarktet, sollte die Frage jedoch im Blick behalten.
Wie oft sie vorkommen
Ihre Zahl ist in den vergangenen Jahren gestiegen, weil mehr wetterabhängige Erzeugung im Netz ist. Belastbare Jahreszahlen veröffentlichen die Übertragungsnetzbetreiber und die Bundesnetzagentur; wir nennen hier keine, weil sie sich jährlich ändert.
Häufige Fragen
Muss ich bei negativen Preisen zahlen?
Bei einer kleinen Anlage mit fester Einspeisevergütung nicht. Die Regelung betrifft größere Anlagen in der Direktvermarktung.
Wird sich das ändern?
Der Entwurf zum EEG 2027 verschiebt neue Anlagen schrittweise in die Direktvermarktung. Damit rückt die Frage näher, ist aber noch nicht geltendes Recht.
Kann ich etwas dagegen tun?
Den Eigenverbrauch erhöhen. Was Sie selbst verbrauchen, ist vom Börsenpreis unabhängig.
Wo der Begriff auf sonne-24.de vorkommt
Quellen
| Quelle | Dokument | Stand | Abgerufen |
|---|---|---|---|
| Bundesministerium der Justiz | EEG 2023, Regelungen zu negativen Preisen | geltende Fassung | 30.08.2026 |
| Bundesnetzagentur | SMARD, Strommarktdaten | laufend | 30.08.2026 |
Stand: 27. August 2026
Maik Möhring ist Herausgeber von sonne-24.de. Er bereitet öffentlich zugängliche Register- und Behördendaten so auf, dass Verbraucherinnen und Verbraucher damit konkrete Entscheidungen treffen können, und verantwortet die Quellenprüfung jedes Beitrags.
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