Landkreise im Vergleich: wo die meisten Anlagen stehen
Welcher Landkreis hat die meisten Photovoltaikanlagen? Die Antwort hängt davon ab, was man zählt. Nach Anlagenzahl führt Berlin, nach installierter Leistung ein Kreis in Brandenburg mit einem Viertel so vielen Anlagen. Beide Ranglisten stehen hier nebeneinander – und der Vergleich erklärt mehr als jede einzelne.

Berlin führt mit 46.468 Anlagen, hat aber nur 393 Megawatt. Der Landkreis Märkisch-Oderland kommt mit 12.251 Anlagen auf 1.196 Megawatt – dreimal so viel Leistung aus einem Viertel der Anlagen. Die 20 größten Kreise tragen zusammen nur 14,1 Prozent des bundesweiten Bestands: Photovoltaik ist in Deutschland breit verteilt, nicht konzentriert.
- Meiste Anlagen: Berlin mit 46.468
- Meiste Leistung: Landkreis Märkisch-Oderland mit 1.196 MW
- Größte Durchschnittsanlagen: Landkreis Prignitz mit 179,4 kWp
- Wenigste Anlagen: Kreisfreie Stadt Suhl mit 1.210
- Ein typischer Kreis hat 10.400 Anlagen (Median)
- Die 20 größten Kreise tragen 14,1 Prozent des Bestands
Die zehn Kreise mit den meisten Anlagen
| Kreis | Bundesland | Anlagen | Leistung | Ø Größe |
|---|---|---|---|---|
| Berlin | Berlin | 46.468 | 393 MW | 8,4 kWp |
| Region Hannover | Niedersachsen | 44.028 | 500 MW | 11,4 kWp |
| Kreis Steinfurt | Nordrhein-Westfalen | 39.712 | 622 MW | 15,7 kWp |
| Rhein-Neckar-Kreis | Baden-Württemberg | 36.715 | 447 MW | 12,2 kWp |
| Rhein-Sieg-Kreis | Nordrhein-Westfalen | 36.642 | 345 MW | 9,4 kWp |
| Kreis Borken | Nordrhein-Westfalen | 35.772 | 692 MW | 19,3 kWp |
| Landkreis Emsland | Niedersachsen | 34.418 | 773 MW | 22,5 kWp |
| Ortenaukreis | Baden-Württemberg | 33.590 | 491 MW | 14,6 kWp |
| Landkreis Karlsruhe | Baden-Württemberg | 33.320 | 447 MW | 13,4 kWp |
| Landkreis Osnabrück | Niedersachsen | 30.025 | 567 MW | 18,9 kWp |
Auffällig ist, wie wenig Bayern in dieser Liste vorkommt – obwohl es bundesweit die meisten Anlagen hat. Der Grund ist die Zahl der Kreise: Bayerns 1.021.170 Anlagen verteilen sich auf 96 Kreise, Nordrhein-Westfalens 827.155 auf 53. Größere Kreise erscheinen weiter oben, ohne dass darin eine Aussage über das Land läge.
Die Kreise mit der höchsten Leistung
| Kreis | Bundesland | Leistung | Anlagen | Ø Größe |
|---|---|---|---|---|
| Märkisch-Oderland | Brandenburg | 1.196 MW | 12.251 | 97,7 kWp |
| Mecklenburgische Seenplatte | Mecklenburg-Vorpommern | 1.067 MW | 11.290 | 94,5 kWp |
| Ludwigslust-Parchim | Mecklenburg-Vorpommern | 932 MW | 10.585 | 88,0 kWp |
| Landkreis Emsland | Niedersachsen | 773 MW | 34.418 | 22,5 kWp |
| Landkreis Passau | Bayern | 738 MW | 27.155 | 27,2 kWp |
| Landkreis Ansbach | Bayern | 728 MW | 24.549 | 29,6 kWp |
| Landkreis Prignitz | Brandenburg | 718 MW | 4.005 | 179,4 kWp |
| Kreis Borken | Nordrhein-Westfalen | 692 MW | 35.772 | 19,3 kWp |
Der Landkreis Prignitz ist der klarste Fall: 4.005 Anlagen mit 718 Megawatt, im Mittel 179,4 kWp je Anlage. Das sind keine Dachanlagen, sondern Freiflächenanlagen. Zum Vergleich: Der Kreis Borken kommt mit 35.772 Anlagen auf 692 Megawatt – fast die gleiche Leistung aus fast der neunfachen Anlagenzahl.
Nur zwei Kreise stehen in beiden Ranglisten: das Emsland und Borken. Sie haben viele Anlagen und viel Leistung – ländliche Kreise mit großen Dächern auf Höfen und Betrieben. Auch zur Pferdehaltung auf Höfen passt Stall-liebe mit Themen rund um Pferde und den Stall.
Wie konzentriert ist Photovoltaik?
Weniger, als die Ranglisten vermuten lassen. Die 20 größten Kreise tragen zusammen 14,1 Prozent der Anlagen und 10,8 Prozent der Leistung. Anders gesagt: Fünf Prozent der Kreise stehen für ein Siebtel des Bestands.
Ein typischer Landkreis hat 10.400 Anlagen – das ist der Median über alle 400 Kreise. Der Mittelwert liegt mit 11.285 nur wenig darüber. Anders als auf Gemeindeebene, wo Mittelwert und Median um den Faktor zwei auseinanderlagen, ist die Verteilung auf Kreisebene erstaunlich gleichmäßig. Das liegt daran, dass Kreise ähnlich groß zugeschnitten sind, Gemeinden aber nicht.
Das andere Ende
Am wenigsten Anlagen hat die kreisfreie Stadt Suhl in Thüringen mit 1.210, gefolgt von Frankfurt (Oder) mit 1.423 und Offenbach am Main mit 1.496. Es sind ausnahmslos kleine kreisfreie Städte – wenig Fläche, wenig Einfamilienhäuser, viele Mietwohnungen.
Für diese Kreise gilt dasselbe wie für kleine Gemeinden: Eine niedrige absolute Zahl bedeutet nicht wenig Photovoltaik, sondern wenig Gebiet. Aussagekräftiger sind dort Speicherquote und Zubauquote.
Wie wir zählen
Grundlage ist der Gesamtdatenexport des Marktstammdatenregisters vom 27. August 2026. Gezählt werden Solareinheiten mit dem Betriebsstatus «in Betrieb», zugeordnet über den amtlichen Gemeindeschlüssel. Kreisfreie Städte und Stadtkreise sind eigene Gebietseinheiten. Die Daten stehen unter der Datenlizenz Deutschland.
Häufige Fragen
Welcher Landkreis hat die meisten Photovoltaikanlagen?
Berlin mit 46.468 Anlagen, gefolgt von der Region Hannover mit 44.028 und dem Kreis Steinfurt mit 39.712.
Welcher Kreis hat die meiste installierte Leistung?
Der Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg mit 1.196 Megawatt – aus nur 12.251 Anlagen.
Warum stehen bayerische Kreise nicht weiter oben?
Weil Bayern seine 1.021.170 Anlagen auf 96 Kreise verteilt, Nordrhein-Westfalen seine 827.155 auf 53. Größere Kreise erscheinen weiter oben.
Wie viele Anlagen hat ein typischer Landkreis?
10.400 – das ist der Median über alle 400 Kreise. Der Mittelwert liegt mit 11.285 nur wenig darüber.
Ist Photovoltaik regional konzentriert?
Nein. Die 20 größten Kreise tragen zusammen nur 14,1 Prozent des Bestands.
Wo finde ich die Zahlen für meinen Kreis?
Auf der jeweiligen Seite im Solaratlas, mit Bestand, Leistung, Speicherquote und Zubau.
Weiterführende Beiträge
- Photovoltaik in den Bundesländern: alle 16 im Vergleich
- Photovoltaik in Gemeinden: warum der Durchschnitt in die Irre führt
- Stadt gegen Land: wo Photovoltaik am schnellsten wächst
- Solaratlas: Kennzahlen für Ihren Landkreis
Quellen
| Quelle | Dokument | Stand |
|---|---|---|
| Bundesnetzagentur | Marktstammdatenregister, Gesamtdatenexport | 27.08.2026 |
| sonne-24.de | Eigene Auswertung, 400 Kreise | 27.08.2026 |
| GovData | Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0 | geltende Fassung |
Stand: 1. Oktober 2026
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