Zehn Gemeinden ohne Photovoltaik: die letzten weißen Flecken
In 10.741 von 10.751 deutschen Gemeinden steht mindestens eine Photovoltaikanlage. Zehn Gemeinden haben keine einzige. Diese zehn sind kein Zufallsbefund, sondern verraten etwas über die Struktur des Ausbaus – und über die Grenzen dessen, was eine Registerzahl aussagen kann.

99,9 Prozent der deutschen Gemeinden haben Photovoltaik. Die zehn ohne liegen in Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen, sechs davon allein im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Gemeinsam ist ihnen die Größe: Es sind sehr kleine Orte, teils mit weniger als hundert Einwohnern. Der Ausbau ist damit flächendeckend – die Frage ist nicht mehr wo, sondern wie viel.
- 10.741 von 10.751 Gemeinden haben mindestens eine Anlage
- Zehn Gemeinden haben keine – sechs davon im Eifelkreis Bitburg-Prüm
- Drei Gemeinden haben genau eine Anlage
- Höchster Zubau 2025 in absoluten Zahlen: Berlin mit 11.995 neuen Anlagen
- 3.345 Anlagen liegen in gemeindefreien Gebieten ohne Zuordnung
- Datenstand: Marktstammdatenregister, 27. August 2026
Die zehn Gemeinden ohne Photovoltaik
| Gemeinde | Landkreis | Bundesland |
|---|---|---|
| Sengerich | Eifelkreis Bitburg-Prüm | Rheinland-Pfalz |
| Dierfeld | Bernkastel-Wittlich | Rheinland-Pfalz |
| Obergeckler | Eifelkreis Bitburg-Prüm | Rheinland-Pfalz |
| Feilsdorf | Eifelkreis Bitburg-Prüm | Rheinland-Pfalz |
| Keppeshausen | Eifelkreis Bitburg-Prüm | Rheinland-Pfalz |
| Hamm | Eifelkreis Bitburg-Prüm | Rheinland-Pfalz |
| Gröde | Nordfriesland | Schleswig-Holstein |
| Keila | Saale-Orla-Kreis | Thüringen |
| Berga-Wünschendorf | Greiz | Thüringen |
| Uder | Eichsfeld | Thüringen |
Sechs der zehn liegen im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Das ist kein Hinweis auf eine photovoltaikfeindliche Region, sondern auf den Gemeindezuschnitt: Rheinland-Pfalz hat sehr viele sehr kleine Ortsgemeinden, manche mit weniger als hundert Einwohnern. Wo es kaum Gebäude gibt, gibt es auch kaum Dächer – die Zahl misst hier die Gemeindegröße, nicht die Ausbaubereitschaft.
Dieselbe Logik zeigt das andere Ende der Skala: Drei Gemeinden haben genau eine Anlage – Niederpierscheid, Wiedenborstel und Fredeburg. Auch das sind Orte, in denen eine einzige Anlage bereits einen erheblichen Anteil der Gebäude ausmachen kann.
Was daraus folgt
Der Ausbau ist in der Fläche angekommen. Die Frage «gibt es hier Photovoltaik?» ist praktisch überall mit ja zu beantworten; interessant sind nur noch Dichte, Anlagengröße und Zubauquote. Genau deshalb weisen wir auf den Gemeindeseiten den Rang innerhalb des Landkreises aus und nicht die bloße Anlagenzahl.
Wo 2025 am meisten gebaut wurde
| Gemeinde | Neue Anlagen 2025 | Bestand | Zubauquote |
|---|---|---|---|
| Berlin | 11.995 | 46.468 | 25,8 % |
| Hamburg | 6.230 | 23.261 | 26,8 % |
| München | 4.367 | 20.547 | 21,3 % |
| Köln | 3.697 | 16.957 | 21,8 % |
| Stuttgart | 3.272 | 12.731 | 25,7 % |
| Dortmund | 3.050 | 14.147 | 21,6 % |
| Bremen | 3.045 | 11.160 | 27,3 % |
| Essen | 2.425 | 10.749 | 22,6 % |
Die Liste besteht ausschließlich aus Großstädten – erwartbar, weil absolute Zahlen mit der Einwohnerzahl skalieren. Bemerkenswert ist die rechte Spalte: Alle acht liegen bei der Zubauquote über dem Bundesdurchschnitt von 16,6 Prozent, Bremen und Hamburg sogar über 26. Die Städte holen nicht nur in absoluten Zahlen auf, sondern auch relativ. Ausführlich steht das im Vergleich zwischen Stadt und Land.
Was diese Zahlen nicht sagen
Nichts über die Fläche und nichts über die Einwohner. Das Register führt weder Gemeindegröße noch Bevölkerungszahl, und wir rechnen sie nicht hinzu – eine Anlagendichte je Einwohner wäre eine Verknüpfung mit Fremddaten, die wir nicht geprüft haben.
Ein Beispiel für die Grenze: Gröde in Nordfriesland hat keine Anlage. Gröde ist eine Hallig mit einer sehr kleinen Zahl von Einwohnern. Aus «keine Anlage» auf «kein Interesse» zu schließen, wäre in einem solchen Fall offensichtlich falsch – und in weniger offensichtlichen Fällen genauso.
Wie wir zählen
Grundlage ist der Gesamtdatenexport des Marktstammdatenregisters, Stichtag 27. August 2026. Gezählt werden Solareinheiten mit dem Betriebsstatus «in Betrieb». 266 Gebietsschlüssel ließen sich keiner heutigen Gemeinde zuordnen, überwiegend gemeindefreie Gebiete; sie betreffen 3.345 Anlagen und sind in der Gemeindeauswertung nicht enthalten.
Nachmeldungen verändern insbesondere den Zubau eines abgeschlossenen Jahres noch über Monate. Wer unsere Zahlen mit anderen vergleicht, sollte zuerst die Stichtage vergleichen.
Häufige Fragen
Gibt es Gemeinden ohne Photovoltaik?
Ja, zehn von 10.751. Sechs davon liegen im Eifelkreis Bitburg-Prüm, dazu je eine in Nordfriesland und drei in Thüringen.
Warum liegen so viele davon in Rheinland-Pfalz?
Wegen des Gemeindezuschnitts. Rheinland-Pfalz hat sehr viele sehr kleine Ortsgemeinden – wo kaum Gebäude stehen, stehen auch kaum Anlagen.
Welche Gemeinde hat 2025 am meisten gebaut?
Berlin mit 11.995 neuen Anlagen, gefolgt von Hamburg mit 6.230 und München mit 4.367.
Wie viele Gemeinden haben nur eine einzige Anlage?
Drei: Niederpierscheid, Wiedenborstel und Fredeburg.
Rechnen Sie Anlagen je Einwohner?
Nein. Das Register führt keine Bevölkerungsdaten, und wir verknüpfen keine ungeprüften Fremddaten.
Warum fehlen 3.345 Anlagen in der Gemeindestatistik?
Weil sie in gemeindefreien Gebieten liegen und keiner Gemeinde zugeordnet werden können. Auf Kreisebene sind sie enthalten, soweit die Zuordnung möglich war.
Weiterführende Beiträge
- Photovoltaik in Gemeinden: warum der Durchschnitt in die Irre führt
- Stadt gegen Land: wo Photovoltaik am schnellsten wächst
- Landkreise im Vergleich: wo die meisten Anlagen stehen
- Solaratlas: Kennzahlen für Ihre Gemeinde
Quellen
| Quelle | Dokument | Stand |
|---|---|---|
| Bundesnetzagentur | Marktstammdatenregister, Gesamtdatenexport | 27.08.2026 |
| Statistisches Bundesamt | Gemeindeverzeichnis | laufend |
| sonne-24.de | Eigene Auswertung, 10.751 Gemeinden | 27.08.2026 |
| GovData | Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0 | geltende Fassung |
Stand: 6. Oktober 2026
Maik Möhring ist Herausgeber von sonne-24.de. Er bereitet öffentlich zugängliche Register- und Behördendaten so auf, dass Verbraucherinnen und Verbraucher damit konkrete Entscheidungen treffen können, und verantwortet die Quellenprüfung jedes Beitrags.
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