Solarteur finden: vier Prüfpunkte vor der Beauftragung
Wer einen Solarteur finden will, sucht meist zuerst nach Angeboten und dann nach dem Betrieb. Sinnvoller ist die umgekehrte Reihenfolge: Erst prüfen, wer die Arbeit ausführen darf, dann vergleichen, was er dafür verlangt. Dieser Beitrag nennt die vier Prüfpunkte vor der Beauftragung, zeigt, welche Positionen in einem belastbaren Angebot stehen müssen, und benennt die Warnzeichen, bei denen Sie weitersuchen sollten.

«Solarteur» ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Der entscheidende Nachweis ist die Eintragung im Installateurverzeichnis des zuständigen Netzbetreibers – ohne sie darf der Betrieb die Anlage nicht anschließen. Holen Sie mindestens drei Angebote ein, achten Sie auf getrennt ausgewiesene Elektroarbeiten und lassen Sie sich nach Abschluss Inbetriebnahmeprotokoll und MaStR-Nummer aushändigen.
- «Solarteur» ist keine geschützte Berufsbezeichnung
- Entscheidend: Eintragung im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers
- Mindestens drei Angebote, alle auf derselben Anlagengröße
- Elektroarbeiten und Gerüst müssen getrennt ausgewiesen sein
- Nach Abschluss: Inbetriebnahmeprotokoll und MaStR-Nummer einfordern
- Vorkasse über einen kleinen Anteil hinaus ist unüblich
Was prüfe ich, bevor ich einen Solarteur beauftrage?
Vier Prüfpunkte vor der Beauftragung
- Installateurverzeichnis. Ist der Betrieb beim zuständigen Netzbetreiber eingetragen? Ohne diese Eintragung darf er die Anlage nicht ans Netz anschließen. Der Netzbetreiber gibt Auskunft.
- Wer macht die Elektroarbeit? Führt der Betrieb sie selbst aus oder über einen Nachunternehmer? Beides ist zulässig, aber es gehört ins Angebot.
- Referenzen in der Region. Fragen Sie nach zwei bis drei Anlagen im Umkreis und deren Baujahr. Ein Betrieb, der seit Jahren vor Ort arbeitet, ist auch in fünf Jahren noch erreichbar.
- Erreichbarkeit nach der Montage. Wer übernimmt Gewährleistung und Störungsdienst, und in welcher Zeit? Das ist der Punkt, an dem sich Betriebe unterscheiden, nicht der Modulpreis.
Der harte Nachweis ist der erste Punkt: Die Eintragung im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers ist Voraussetzung dafür, dass ein Betrieb Anlagen anschließen und beim Netzbetreiber anmelden darf. Sie lässt sich beim Netzbetreiber erfragen und ist unabhängig von jeder Selbstbezeichnung.
Wie vergleiche ich Angebote sinnvoll?
Nur auf derselben Grundlage. Drei Angebote über 8, 10 und 12 kWp sind nicht vergleichbar. Legen Sie eine Anlagengröße fest und lassen Sie alle Betriebe darauf rechnen – oder rechnen Sie jedes Angebot auf den Preis je Kilowatt-Peak herunter.
| Position | Warum sie wichtig ist |
|---|---|
| Bruttoleistung in kWp | Bezugsgröße für Preisvergleich, Register und die 30-kWp-Grenze |
| Module: Typ, Anzahl, Leistung | Ohne diese Angabe ist der Preis je kWp nicht nachrechenbar |
| Wechselrichter: Typ und Leistung | Hybridgerät oder nicht entscheidet über spätere Speicheroptionen |
| Unterkonstruktion und Montage | Größter Kostenblock, oft pauschal genannt |
| Elektroarbeiten und Zählerschrank | Häufig separat und mit anderem Steuersatz |
| Gerüst | Wird gern vergessen und kommt später als Nachtrag |
| Netzanmeldung und Inbetriebnahme | Sollte enthalten sein, muss aber dastehen |
| Speicher: Kapazität in kWh | Getrennt bewerten, nicht im Gesamtpreis untergehen lassen |
Die Preisspannen zum Gegenrechnen stehen im Ratgeber zu den PV-Anlage Kosten. Wer die Zahlen daneben legt, erkennt sofort, ob ein Angebot im Rahmen liegt.
Woran erkenne ich, dass ich weitersuchen sollte?
Pauschalpreis ohne Anlagengröße. Wer «Ihre Solaranlage für 9.900 Euro» anbietet, ohne die Bruttoleistung zu nennen, verkauft eine Zahl, keine Anlage.
Ertragsversprechen vor dem Ortstermin. Ohne Kenntnis von Dachneigung, Ausrichtung und Verschattung ist jede Ertragsprognose geraten.
Zeitdruck. «Das Angebot gilt nur heute» ist im Handwerk unüblich und meist ein Verkaufsinstrument.
Hohe Vorkasse. Eine Anzahlung für Material ist normal, die Vorauszahlung des Gesamtpreises nicht.
Ein sachlicher Prüfstein statt Bauchgefühl: Lassen Sie sich die Bruttoleistung nennen und teilen Sie den Angebotspreis dadurch. Liegt der Wert je kWp weit außerhalb der üblichen Spanne, fragen Sie nach dem Grund. Ein guter Betrieb kann ihn nennen – komplexes Dach, aufwendige Elektrik, hochwertigere Komponenten.
Was muss ich nach der Montage bekommen?
Zwei Dokumente und eine Nummer. Das Inbetriebnahmeprotokoll mit dem taggenauen Inbetriebnahmedatum, die Anlagendokumentation mit Datenblättern, und die MaStR-Nummer, falls der Betrieb die Registrierung übernommen hat.
Prüfen Sie, ob die Registrierung im Marktstammdatenregister tatsächlich erfolgt ist. Sie bleibt Ihre Pflicht als Betreiber, auch wenn der Betrieb sie übernimmt – und die Frist beträgt einen Monat ab Inbetriebnahme.
Wie finde ich Betriebe in meiner Region?
Über die Handwerkskammer, über Empfehlungen aus der Nachbarschaft und über den Netzbetreiber, der sein Installateurverzeichnis führt. Wir bauen daneben ein eigenes Verzeichnis auf: eine offene Liste der Fachbetriebe je Landkreis, ohne Formular davor.
Wie viele Anlagen in Ihrem Landkreis bereits stehen und wie stark der Ausbau dort läuft, sehen Sie im Solaratlas – ein Kreis mit hohem Zubau hat in der Regel auch mehr Betriebe mit Erfahrung.
Sie sind Fachbetrieb? Das Verzeichnis ist im Aufbau. Tragen Sie sich unverbindlich auf die Voranmeldeliste ein – beim Start kostet der Eintrag 69 Euro im Jahr, bis dahin entstehen keine Kosten.
Häufige Fragen
Wie viele Angebote sollte ich einholen?
Drei sind ein guter Richtwert. Weniger gibt keine Vergleichsbasis, mehr kostet Zeit ohne zusätzlichen Erkenntnisgewinn. Wichtiger als die Zahl ist, dass alle auf derselben Anlagengröße rechnen.
Muss der Betrieb aus meinem Landkreis kommen?
Nicht zwingend, aber Nähe hilft bei Gewährleistung und Störungen. Ein Betrieb, der zwei Stunden entfernt sitzt, kommt bei einem Wechselrichterausfall nicht am selben Tag.
Wer meldet die Anlage beim Netzbetreiber an?
In der Regel der ausführende Betrieb, weil er dafür im Installateurverzeichnis eingetragen sein muss. Die Registrierung im Marktstammdatenregister bleibt dagegen Ihre Pflicht als Betreiber.
Was ist eine übliche Anzahlung?
Eine Anzahlung für Material ist branchenüblich. Die Vorauszahlung des Gesamtpreises vor Montagebeginn ist es nicht. Im Zweifel Zahlungsplan nach Baufortschritt vereinbaren.
Woran erkenne ich einen unseriösen Anbieter?
An Pauschalpreisen ohne Angabe der Bruttoleistung, an Ertragsversprechen vor dem Ortstermin, an Zeitdruck und an hoher Vorkasse. Jedes Einzelne ist ein Grund nachzufragen, mehrere zusammen ein Grund weiterzusuchen.
Brauche ich einen Elektriker zusätzlich zum Solarteur?
Nur, wenn der Betrieb die Elektroarbeiten nicht selbst abdeckt. Fragen Sie das vor der Beauftragung ab, damit die Position nicht später als Nachtrag auftaucht.
Weiterführende Beiträge
- Solarteur: was der Begriff bedeutet und was nicht
- PV-Anlage Kosten: Preisspannen zum Gegenrechnen
- PV-Anlage anmelden: wer welche Meldung übernimmt
- Solarteur-Verzeichnis: Betriebe je Landkreis
Quellen
| Quelle | Dokument | Stand | Abgerufen |
|---|---|---|---|
| Bundesministerium der Justiz | Niederspannungsanschlussverordnung, Installateurverzeichnis | geltende Fassung | 27.08.2026 |
| Bundesministerium der Justiz | § 5 Abs. 5 MaStRV | geltende Fassung | 27.08.2026 |
| Fraunhofer ISE | Photovoltaics Report, Systempreise | 14.07.2026 | 27.08.2026 |
Stand: 4. September 2026
Maik Möhring ist Herausgeber von sonne-24.de. Er bereitet öffentlich zugängliche Register- und Behördendaten so auf, dass Verbraucherinnen und Verbraucher damit konkrete Entscheidungen treffen können, und verantwortet die Quellenprüfung jedes Beitrags.
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