Eigenverbrauch: warum er mehr wert ist als die Einspeisung

Lesezeit: 2 Minuten · Stand: 2026-08-27

Kurz erklärt

Eigenverbrauch bezeichnet den Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, der im eigenen Haushalt verbraucht wird, statt ins Netz zu fließen. Er ist die wirtschaftlich entscheidende Größe: Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt teuren Netzbezug, eine eingespeiste bringt nur die Einspeisevergütung.

Warum ist Eigenverbrauch mehr wert als Einspeisung?

Weil die beiden Werte weit auseinanderliegen. Für eingespeisten Strom gibt es bei Teileinspeisung aktuell 7,70 Cent je Kilowattstunde. Netzstrom kostet Haushalte ein Vielfaches davon. Jede Kilowattstunde, die im Haus bleibt, spart also die Differenz – und das ist der eigentliche Hebel einer Photovoltaikanlage.

Beleg

Größenordnung: Einspeisevergütung bei Teileinspeisung bis 10 kW seit 1. August 2026: 7,70 ct/kWh. Der Haushaltsstrompreis liegt nach den verfügbaren Angaben deutlich darüber. Die Differenz ist der Wert jeder eigenverbrauchten Kilowattstunde. Konkrete Strompreise nennen wir hier nicht, weil sie je nach Tarif und Region stark schwanken – Ihr eigener Arbeitspreis steht auf Ihrer Jahresabrechnung.

Wie hoch ist die Eigenverbrauchsquote typischerweise?

Ohne Speicher liegt sie in vielen Haushalten im Bereich von etwa einem Viertel bis einem Drittel des Ertrags, weil mittags erzeugt und abends verbraucht wird. Mit Speicher steigt sie deutlich. Der genaue Wert hängt am Verbrauchsprofil: Wer tagsüber zu Hause ist, Wärmepumpe oder Elektroauto betreibt, kommt ohne Speicher weiter als ein Haushalt, der erst abends Strom braucht.

Womit lässt sich der Eigenverbrauch erhöhen?

Drei Wege, in der Reihenfolge ihres Aufwands: Verbrauch verschieben, also Waschmaschine und Spülmaschine in die Mittagsstunden legen. Größere Verbraucher einbinden, etwa Warmwasserbereitung oder Ladevorgänge. Und drittens ein Batteriespeicher, der den Überschuss in den Abend trägt.

Wie verbreitet der dritte Weg ist, lässt sich beziffern: Bei 38,1 Prozent der registrierten Anlagen in Deutschland führt das Marktstammdatenregister einen Speicher am selben Ort.

Häufige Fragen

Muss ich Eigenverbrauch versteuern?

Für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden sind Einnahmen und Entnahmen nach § 3 Nr. 72 EStG von der Einkommensteuer befreit. Ob in Ihrem Fall weitere Pflichten bestehen, klären Sie mit Ihrem Finanzamt – sonne-24.de erteilt keine Steuerberatung.

Lohnt sich Volleinspeisung, wenn ich wenig verbrauche?

Sie kann sich lohnen, weil der Vergütungssatz höher ist. Der Umschlagpunkt liegt bei sehr niedrigem Eigenverbrauch, wie er etwa bei Lager- und Nebengebäuden vorkommt. Für Wohnhäuser ist die Teileinspeisung fast immer die bessere Wahl.

Wie messe ich meinen Eigenverbrauch?

Über den Zweirichtungszähler und die Auswertung des Wechselrichters. Erzeugung minus Einspeisung ergibt den Eigenverbrauch. Viele Wechselrichter zeigen den Wert direkt an.

Wo der Begriff auf sonne-24.de vorkommt

Quellen

Verwendete Quellen mit Stand und Abrufdatum
Quelle Dokument Stand Abgerufen
Bundesnetzagentur EEG-Fördersätze ab 1. August 2026 01.08.2026 27.08.2026
Bundesministerium der Justiz § 3 Nr. 72 EStG geltende Fassung 27.08.2026
Bundesnetzagentur Marktstammdatenregister, Gesamtdatenexport 27.08.2026 27.08.2026

Stand: 27. August 2026

Über den Autor

Maik Möhring ist Herausgeber von sonne-24.de. Er bereitet öffentlich zugängliche Register- und Behördendaten so auf, dass Verbraucherinnen und Verbraucher damit konkrete Entscheidungen treffen können, und verantwortet die Quellenprüfung jedes Beitrags.

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