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Milchbauerstreik in Brüssel

17.06.2009 JB - Milch ist ein lebenswichtiges Nahrungsmittel, welches allen "Säugern" schon unmittelbar nach der Gebuhrt gegeben wird. Das diese Milch so wertvoll ist, haben längst div. Studien bewiesen. Doch dessen ist man sich oft gar nicht bewusst. Und wo viel von diesem guten Angebot vorhanden ist, kann es auch passieren, dass die Nachfrage (die grundsätzlich groß ist) zu gering ist, um einen angemessenen Preis für das Produkt beim Erzeuger, dem Milchbauern, zahlen zu können - oder zu wollen.

Offenbar ist die EU das Problem. Denn seit Januar 2009 subventioniert die EU mit Steuergeldern den Export von Milchprodukten. Aber schon seit Jahrzehnten werden in der EU überschüssige Milchmengen produziert. Logisch, dass dies auf den Erzeugerpreis drückt. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Wenn jedoch der Bauer für seine Milch weniger bekommt, als er selber reingesteckt hat (Futter, Arbeit...) dann passt etwas nicht. Die EU ist im übrigen auch daran interessiert, dass ständig große Mengen Milch geliefert werden. Aber mit dieser "Technik" sorgt die EU (direkt, indirekt, bewusst, oder unbewusst) dafür, das die Preise für Milch und Milchprodukte auf dem Weltmarkt immer weiter fallen. So weit, dass sie unter den Produktionspreis liegen. Von dieser Politik profitieren jedoch nicht die kleinen Bauern, sondern offenbar alleine die große Industrie, welche die Milch z.B. zu Milchpulver verarbeitet. Aber auch Nestle, ALDI, und weitere profitieren davon. In der EU wird somit nicht für die Bedürfnisse in Europa produziert, sondern letztlich für weltweite Bedürfnisse. Wenn festgestellt wird, dass eine Überproduktion vorhanden ist, die in der EU nicht abgesetzt werden kann, so verkauft die EU diese in der Welt, jedoch mit Subventionen. Es wird also offenbar billiger verkauft als es hergestellt wurde. Wer bezahlt die Differenz? Sie ahnen es sicher. So kann man in manchen Ländern schon heute Milch günstiger impotieren, als selber produzieren. Ist das "normal"? Ich denke, nein! Der EU mag das egal sein. Sie mag sich (vielleicht) sagen; was kümmert uns das. Wer das nicht durchhält, kann seinen (landwirtschaftlichen) Laden ja zumachen. Aber nicht nur in Deutschland sind die Milchbauern aufgrund dieser Politik bedroht. Auch in Entwicklungsländern wird so die Lebensgrundlage von hunderttausenden Kleinbauern bedroht.

Was könnte denn die Lösung sein?

Man müsste der (EU) Politik die deutsche Unterstützung entziehen, und in der Europäischen Union für einen sofortigen Stopp der Exportsubventionen eintreten! Das wäre eine Aufgabe für die Landwirtschaftsministerin Aigner, und für die Entwicklungshilfeministerin Wieczorek-Zeul. Diese beiden Damen müssten dafür sorgen, dass die Milchproduktion am Bedarf ausgerichtet wird, so dass keine Überschüsse zu Dumpingpreisen exportiert werden! So einfach ist das!

Fairerweise muss man auch folgendes bedenken!

Wir - und Sie - wissen nun, das die EU sich nicht in jedem Fall dem (Milch) Bauern gegenüber fair verhält. In diesem Zusammenhang MUSS aber auch berücksichtigt werden, das (Milch) Bauern von der EU auch Förderzahlungen erhalten, z.B. für Ihre Flächen (Akker...Grünland...). Die Zahlungen sind eine Art Prämie für den Bauernhof. Es handelt sich dabei um eine allgemeine Zahlung, die sich nicht auf ein bestimmtes Produkt (Milch, Rind, Bulle, Schwein...) bezieht. Diese Zahlungen kann man öffendlich im Netz auf der Seite http://www.agrar-fischerei-zahlungen.de abfragen. Das ist meiner Meinung nach erstaunlich, wenn man bedenkt, welche strengen Datenschutzauflagen es in Deutschland gibt! Man gibt einfach den Ort an, und/oder den Namen, und erhält eine Liste der Zahlungen. Wenn nun der Bauer jedoch auf das falsche "Pferd" gesetzt hat, also letztlich auf den falschen Artikel, der aktuell grade nicht gut läuft (Milch) dann ist das sicherlich für den betroffenen Bauern unglücklich. Letztlich ist der Bauer aber ein Unternehmen, was für sich immer wieder neu entscheiden muss, wie es wirtschaftlich weiter geht.

Auch Politiker bekommen EU Zuschüsse!

Nachtrag vom 22.06.2009 JB - Offenbar sind in der oben erwähnten Liste der genannten Homepage sogar Namen von Politikern aufgetaucht. Nun, wenn "diese Leute" also Politiker von der EU diese Zuschüsse für Ihre Höfe - auch Politiker haben Höfe - bekommen, warum bitteschön soll dann der Bauer von Nebenan, der uns sogar noch gute Milch produziert, diese Leistungen nicht bekommen? Also, da muss wirklich kein Bauer ein schlechtes Gewissen haben! Ausser wenn er ein Politiker ist! Dann sollte er sich schämen!

Jetzt mal ganz ehrlich!

Abschliessend sei aber bemerkt, dass die meisten Bauern keine Förderzahlungen haben wollen, statt dessen lieber für Ihre Produkte einen fairen Preis erhalten möchten. Grundsätzlich ist diese Einstellung meiner Meinung nach auch die Richtige. Man sollte also schlicht die EU Förderungen abstellen. Da stimmen die Bauern auch zu! Im übrigen decken die EU Zahlungen (Prämien) nur einen Bruchteil der Kosten eines (großen) Hofes. Man sollte also nicht denken, dass ein Bauer von diesen Prämien leben kann. Das geht bei weitem nicht. Und auch das muss ganz deutlich gesagt werden; immer wieder wird geschimpft über Subventionen und dgl. mehr. Oft von Personen, die - aus welchen Gründen auch immer - keine Subventionen - wofür auch immer - erhalten. Letztlich sind Subventionen für die verschiedenen Bereiche aber gesetzlich verankert, und damit völlig legitim. Wer das Recht auf solche Subventionen hat, der sollte sie auch in Anspruch nehmen! Mal ganz ehrlich; jeder von uns würde Subventionen in Anspruch nehmen, wenn er welche bekommen könnte. Er wäre "dumm" würde er es nicht machen. Mehr noch, es wäre vielleicht sogar grob fahrlässig, diese Zahlungen nicht in Anspruch zu nehmen. Photovoltaik Anlagen werden auch subventioniert, und das ist auch eine "gute Sache". Würden Sie als Photovoltaikanlagen Betreiber freiwillig auf die Subventionen verzichten, nur weil Sie diese "nicht richtig" fänden? Sicherlich nicht. Also, über Subventionen mag man sich ja vielleicht streiten, aber sie sind gesetzlich einwandfrei, und damit sollte man sie auch nehmen, wenn man sie bekommen kann. Nichts anderes macht der (Mich) Bauer auch.

Wenn das Fass überläuft

Bereits seit einigen Jahren ist der Preis der Milch so tief, dass viele Milchbauern zwangsläufig Ihren Hof aufgeben müssen, einfach weil Sie große Mengen Ihres Umsatzes, und damit Ihres Gewinnes, durch die Milch erzielen. Um 2005 gab es die ersten Berichte diesbezüglich. Offenbar wird der Markt von rund 5 großen Handelsketten "diktiert". Diese wieder geben die Preise vor, welche sie an die Molkereien zahlen wollen. Die Molkereien können dann natürlich auch nicht anders, als (Preis)Druck auf die Milchbauer auszuüben. Doch in solche "Teufelskreise" sollte man sich (als vernünftiger) Mensch nicht begeben. Doch das ist leichter gesagt, als getan.

Angst der Bauern, und Ihre Bitte um Verständnis

Wer jahrelang, vieleicht schon in zweiter, dritter, oder gar vierter Generation einen Bauernhof bearbeitet, der weiss zwar, dass dies oft harte Arbeit ist, aber es ist auch oft eine schöne Arbeit, in der Natur. Daran gewöhnt man sich natürlich, und so geht es doch jeden anderen Menschen auch, der seinen Arbeitsplatz liebt. Das ist doch ganz natürlich. Deswegen müssen wir alle (alle Verbraucher, alle "Käufer" der Milch) auch Verständnis haben, das die Milchbauern nun um Ihre Existenz bangen. Denn viele Bauern leben nur, oder überwiegend von der Milch, und wir alle wissen doch, dass man nur ungerne seinen Arbeitsplatz verliert.

Übrigens; alleine in Deutschland werden jedes Jahr ca. 27 Millionen Liter Milch produziert.

Übrigens; lesen Sie mal den Beitrag über den Betrug mit den Arbeitslosenzahlen (aber kommen Sie hierher zurück :-)

Die Entwicklung der Milchpreise

Bis ca. zum Jahre 2007 war die Welt der Milchbauern noch einigermaßen in Ordnung. Zu diesem Zeitpunkt erhalten die Milchbauern ca. 40 Cent von den Molkereien für einen Liter Milch. Abgerechnet wird übrigens nach Kilogramm, jedoch entspricht ein Liter Milch in Etwa einem Kilogramm. Doch seit dem geht es bergab mit den (Milch)Preisen. Momentan (Stand Juni 2009) erhält ein Milchbauer lediglich noch ca. 20 Cent für einen Liter Milch. Das ist definitiv zu wenig, denn davon kann kein Liter, sondern eben höchstens ein halber Liter kostendeckend erzeugt werden. In so einem Fall nützen auch EU Subventionen nichts mehr!

Deshalb werben die Milchbauern u.a. seit 2007 über Ihren Verband BDM (Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter) mit einer lebengroßen "Kunstkuh", welche in den Farben des jeweiligen Landes ist. So soll auch dem Verbraucher nahegebracht werden, welche Qualität die deutsche Milch hat.

"Faironika", so der Name der künstlichen Kuh, welche wir alle schon hier und da mal gesehen haben, wirbt somit für einen fairen Milchpreis, der den Milchbauern die Kosten für die Erzeugung eines Liters Milch einschließlich der täglichen Arbeit auf den Höfen deckt. Diesen fairen Preis fordern die Milchviehhalter von den Molkereien und dem Handel. Es geht dabei nicht um betteln, oder um Zuschüsse/Subventionen. Es geht nur um die faire Bezahlung der Milcherzeugung. Klingt logisch, ist es auch!

Kurze Zusammenfassung der harten Bauernarbeit

In manchen Supermarktregalen stehen Milchtüten mit der Aufschrift "Bauernglück". Dieser Name ist jedoch rein marketingtechnischer Natur so gewählt, denn von Glück von den Bauern kann keine Rede sein. Die Realität sieht völlig anders aus, so anders, dass ein normaler Verbraucher es sich vermutlich gar nicht denken kann. Ein Bauer steht täglich sehr früh auf, und produziert jeden Tag mit seinen Kühen die Milch. Freilich helfen Frau und teilweise Kinder auch mit - oft zu Dumpingpreisen. Kühe füttern, Kühe melken (2 x täglich), Milchgeschirr reinigen, und viele, viele weitere Arbeiten stehen an. Jeden Tag aufs Neue. Das ist o.k. und macht auch Spaß, ausser wenn die Partner (Molkereien...) keinen fairen Preis zahlen wollen oder können. Jede Nacht, oder auch jede zweite, kommt dann der "große" LKW mit dem Onkel von der Molkerei. Ruck zuck wird die Milch umgepumpt, und weg ist er wieder. Dann beginnt der Prozess der "Vergoldung" und zwar in den Molkereien, und später im Handel. Und wenn der Bauer schön brav ist, bekommt er ca. 4 Wochen später auch ein wenig Geld für seine Milch. Klingt fair, ist es aktuell aber nicht!

Nachtrag vom 29.09.2009

29.09.2009, JB - 40 Millionen Liter Milch sind bisher bei europaweiten Protesten gegen die aus Sicht der Bauern zu niedrigen Milchpreise in den letzten Wochen auf die Felder gekippt worden. Aus 8 Ländern wurde diese Menge Milch weggeschüttet, sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Deutschen Milchviehhalter, Romuald Schaber. Momentan fehlen den deutschen Molkereien ca. 25 % der benötigten Milchmenge.

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