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Die Schmiergeldlobby

14.02.2007, (Wolf von Fabeck / www.sfv.de) Wie die Energiewirtschaft die Energiewende zu verhindern sucht, warum Politiker den Ratschlägen der Energiewirtschaft folgen, und was wir Umweltfreunde dagegen tun können: Die Irreführungskampagne der (Atom) Energiewirtschaft.

Ein "interessantes" Stellengesuch

Der Zufall hat den Solarenergieförderverein (www.sfv.de) vor 10 Jahren ein denkwürdiges Stellenangebot eines regionalen Stromversorgers in die Hände gespielt. Die MEVAG, die nach eigenem Bekunden den westlichen Teil des Landes Brandenburg "umweltfreundlich" mit Strom versorgt, suchte in der Märkischen Allgemeinen vom 29. März 1997 einen Sachbearbeiter mit abgeschlossener Fachhochschul- oder Hochschulausbildung mit folgender Stellenbeschreibung:

"Der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeit liegt zum einen in der Sicherung des Umsatzes durch Verhinderung von Stromeigenerzeugungsanlagen (z.B. Erkennen von Eigenerzeugungsgefahrenpotentialen). Desweiteren sind Sie verantwortlich für das Geschäftsfeld Stromdurchleitung..."

Eine so freimütige Beschreibung der zu erledigenden Aufgaben bereits im Stellenangebot ist eigentlich nicht üblich, denn dazu ist das Thema viel zu delikat. Üblicherweise geben sich die Stromversorger viel Mühe, die Abwehr der neuen Konkurrenz diskret hinter den Kulissen durchzuführen.

Das Potenzial wird klein geredet.

Das wichtigste Argument der Energiewirtschaft ist dabei die Behauptung, die Erneuerbaren Energien könnten niemals die Versorgungssicherheit gewährleisten und deshalb könne man nicht auf fossile oder nukleare Energie verzichten. Dieses Argument wird in allen möglichen Variationen ständig wiederholt.

1993 erschien eine große Werbeanzeige der Stromwirtschaft: "Sonne, Wasser oder Wind können auch langfristig nicht mehr als 4 Prozent unseres Strombedarfs decken". Die damals frisch ernannte Umweltministerin Angela Merkel wiederholte diesen Satz wörtlich bei einem ihrer ersten öffentlichen Statements.

Im gleichen Jahr 1993 wurde am Institut für Elektrowärme der Uni Hannover im Zusammenhang mit einer größeren Auftragsarbeit der Stadtwerke Aachen (STAWAG) eine Diplomarbeit betreut mit dem Titel "Möglicher Beitrag der Photovoltaik zur elektrischen Energieversorgung einer Stadt"

Diese Arbeit untersuchte verschiedene Szenarien einer Solarstromnutzung in der Stadt Aachen. Das progressivste Szenario unter Einschluss von Energiespeichern für Tag-Nacht-Speicherung ergab eine Deckung des jährlichen Strombedarfs einschließlich des gewerblichen und industriellen Bedarfs zu 65 % allein durch Solarstrom. Diese Arbeit wird unter Verschluss gehalten.

Anmerkung: Die Arbeit wurde mit der Note 1 abgeschlossen und in einem öffentlichen Vortrag an der Universität Hannover vorgestellt. Der Autor hat das Ergebnis dem damaligen STAWAG-Vorsitzenden persönlich vorgetragen. Er musste sich "wie bei Aufträgen aus der Industrie üblich" verpflichten, keine inhaltlichen Angaben weiterzugeben, soweit sie nicht bei dem öffentlichen Vortrag bekannt geworden waren.

Die STAWAG teilte dem SFV am 6.3.98 auf Anfrage mit: ".. die von Ihnen gewünschte Studie zum o.g. Thema liegt uns nicht vor, so auch nicht die Diplomarbeit, die am Institut für Elektrowärme der Universität Hannover durchgeführt und nicht veröffentlicht wurde..."

Stattdessen wurde dem SFV eine offizielle Version zugesendet, d.h. eine "Zusammenfassung" der Arbeit durch das Institut für Elektrowärme, in der das progressive Szenario nicht einmal erwähnt wurde.

Wir erkennen aus diesem und aus vielen weiteren Beispielen eine beunruhigende Tatsache: Das Potential der Erneuerbaren Energien wird systematisch kleingeredet. Anderslautende Stimmen werden zum Schweigen gebracht.

Warum hören Politiker auf die Energiewirtschaft?

Worüber besorgte Bürger sich immer wieder wundern, ist die Tatsache, dass Politiker und die Medien das böse Spiel nicht durchschauen. Mit ein Grund dürfte die Tatsache sein, dass Politiker und Journalisten sich auf Fachleute verlassen müssen. Fachleute für Energiefragen sind aber im Allgemeinen in der Energiewirtschaft beschäftigt oder in Forschungsinstituten, die Aufträge der Energiewirtschaft bearbeiten. Sie werden keine Aussagen machen, die die Gewinnaussichten ihrer Geldgeber schmälern könnten.

Zweifel an der Klimapolitik der Bundeskanzlerin

Dass auch heute noch viele Politiker die vordergründigen Interessen der Industrie höher bewerten als den Schutz der Bevölkerung durch vorbeugende Maßnahmen gegen die herannahende Klimakatastrophe, zeigt die Äußerung von Bundeskanzlerin Dr. Merkel vom 30. Januar 2007. "Mit aller Härte" werde sie gegen Pläne kämpfen, für alle Neuwagen bis 2012 nur noch höchstens 120 Gramm CO2-Ausstoß zuzulassen, sagte sie am Dienstag auf dem Europatag der deutschen Wirtschaft in Berlin. "Wir werden verhindern, dass es eine generelle Reduktion gibt". Diese Äußerung ist schlechterdings nicht nachvollziehbar, nachdem Merkel wenige Tage vorher angekündigt hatte, dass sie die Warnungen vor einem Klimawandel ernst nähme - genau das tut sie nämlich nicht!

Wir brauchen keine Atomkraft

Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass uns unbelehrbare Politiker in die Klimakatastrophe und in einen Kampf um die begrenzten fossilen und Uran-Vorräte treiben. Wir dürfen uns auch nicht zu der unsinnigen Entscheidung zwischen zwei unerträglichen Übeln, entweder Atomenergie oder fossile Energien nötigen lassen. Wir wollen keine von Beiden; wir wollen stattdessen die Erneuerbaren Energien. Dafür brauchen wir Verbündete und dafür müssen wir die bessere Alternative aufzeigen. Entscheidend ist, ob wir die Öffentlichkeit von der Möglichkeit einer Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien wirklich überzeugen können. Unsere Chancen dafür stehen nicht schlecht, denn wir können auf die Erfahrungen zurückgreifen, die Deutschland beim bisherigen Ausbau der Erneuerbaren Energien schon gemacht hat und die jeder aufmerksame Bürger selber bestätigen kann.

Ergänzende Links